10.03.2026
„Mehr Wohnraum entsteht nicht ohne privates Kapital“
Herr Keussen, Rohrer Immobilien, ist seit Jahrzenten in der Immobilienbranche aktiv – im Bereich Privat- wie auch Anlageimmobilien. Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen?
Die Branche steht vor enormen Herausforderungen. Ein zentrales Thema ist die Verlängerung der Mietpreisbremse ohne gleichzeitig tragfähige Grundlagen für neue Bautätigkeiten zu schaffen. Wenn Mieten gedeckelt werden, aber Bürokratie, Baukosten und Auflagen weiter steigen, entsteht ein Ungleichgewicht. Wir brauchen dringend weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und realistische Rahmenbedingungen für Neubauprojekte.
Welche Rolle spielen kommunale Vorgaben?
Gerade in Städten wie München erleben wir sehr hohe Auflagen bei Neubauprojekten. Das verzögert Vorhaben erheblich und macht sie teilweise wirtschaftlich kaum darstellbar. Gleichzeitig beobachten wir ein zunehmendes „Vermieter-Bashing“. Viele Eigentümer tragen jedoch erhebliche Verantwortung für Wohnraum, Instandsetzung und Modernisierung.
Wie wirkt sich das auf Investoren und Eigennutzer aus?
Wenn Verkaufszwänge durch Erbschaftssteuer, Aufteilungsverbote oder Sanierungsanforderungen entstehen, wirkt sich das negativ auf die Motivation von Anlegern aus, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Es fehlt an echter Unterstützung. Eine Reduzierung oder zumindest Reform der Grunderwerbssteuer oder andere steuerliche Anreize, wären ein starkes Signal – sowohl fürs Eigenheim als auch für Bauträger. Aktuell sind die Hürden für Neuinvestitionen hoch. Besonders bei lange vernachlässigten Immobilien mit Sanierungsstau und steigenden ESG-Anforderungen ist die Lage kritisch. Trotz hoher Mieternachfrage besteht die Gefahr, dass bei gedeckelten Mieten nicht genügend Mittel für notwendige Investitionen zur Verfügung stehen.
Ihr Fazit?
Wenn Mieten reguliert bleiben, gleichzeitig CO₂-Steuern steigen und energetische Anforderungen verschärft werden, drohen Anlageimmobilien ohne staatliche Unterstützung unwirtschaftlich zu werden. Die Politik muss die richtigen Weichen stellen – regional wie bundesweit. Nutzen Sie für Ihre Interessenvertretung die anstehenden IHK-Wahlen am 13.04.2026.
Unser Tipp für Investoren: Neuinvestitionen sollten konsequent auf ein nachhaltiges, langfristig tragfähiges Energiekonzept einzahlen. Denn energetisch optimierte, sozial ausgewogene und renditeorientierte Konzepte sichern langfristig Nachfrage und Wirtschaftlichkeit. Wir kennen und empfehlen Neubau-Immobilien, die genau diese Balance erreichen.
Sven Keussen
Geschäftsführender Gesellschafter
Zum Kandidatenprofil von Sven Keussen: https://rohrer.immobilien/sven-keussen